Anlässlich des 81 Jahrestages der Befreiung von Faschismus und Krieg, feierten deutlich mehr als 200 Besucher*innen am 9. Mai 2026 die Pastasciutta Antifascista. Dem Aufruf eines breiten Bündnisses aus 11 Organisationen folgten im Laufe des Tages mehrere hundert Menschen, sodass sich zeitweise rund 200 Gäste gleichzeitig auf dem Gelände befanden.
Die Veranstaltung verband historisches Erinnern mit Gegenwartsbezug und setzte dabei bewusst auf gemeinsames Erleben, Austausch und kulturelle Vielfalt. Neben einem gemeinsamen Pastaessen gab es ein umfangreiches Kulturprogramm mit regionalen Künstler*innen, das besonders am Abend großen Anklang fand.
Die Organisator*innen ziehen insgesamt ein positives Fazit. „Der Tag der Befreiung lebt davon, dass wir ihn gemeinsam begehen. Es geht nicht nur um Erinnerung, sondern darum, Räume zu schaffen, in denen Menschen zusammenkommen, sich austauschen und solidarisch handeln“, erklärte Timo Reuter, Sprecher der Veranstaltenden. „Gerade angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ist es wichtiger denn je, solche Zeichen im Alltag sichtbar zu machen und sich gegenseitig zu stärken.“
Im Zentrum des Festes stand das gemeinschaftliche Miteinander. Viele Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen und sich zu vernetzen. Auch aus den Reihen der Beteiligten wurde hervorgehoben, dass es gelungen sei, Menschen über unterschiedliche Zusammenhänge hinweg miteinander ins Gespräch zu bringen und damit neue Verbindungen zu schaffen.
Das Programm wurde als abwechslungsreich und gelungen wahrgenommen. Besonders das spätere Kulturprogramm mit Bands aus Braunschweig stieß bei jüngeren Gästen auf große Resonanz. Auch die Einbindung politischer Inhalte – etwa im Zusammenhang mit Friedensinitiativen – wurde positiv hervorgehoben.
Organisatorisch zeigte sich insbesondere im Bereich der Essensversorgung Verbesserungspotenzial: Die große Nachfrage führte zeitweise zu Engpässen bei der Pasta und zu längeren Wartezeiten. „Ausgehend vom vergangenen Jahr mit etwa 120 Besucher*innen, haben wir großzügig für 200 gekocht. Der Andrang war jedoch so groß, dass wir zu späterer Stunde nochmal einkaufen mussten“, sagte Malte aus dem Küchenteam.
Gleichzeitig wurde die geleistete Arbeit ausdrücklich gewürdigt: Viele Beteiligte hoben die hohe Qualität des Essens sowie das Engagement der ehrenamtlichen Helfer*innen hervor.
„Uns wird nichts geschenkt – weder politisch noch gesellschaftlich“, betonte Michael Schulz, ebenfalls Sprecher der Veranstaltenden. „Die Erfahrung dieses Tages zeigt ganz konkret: Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir es selbst in die Hand nehmen – gemeinsam und solidarisch. Genau solche Orte und Gelegenheiten brauchen wir, um uns zu organisieren und breite Bündnisse gegen die Rechtsentwicklung zu entwickeln und zu stärken.“
Die Veranstaltenden sehen in der diesjährigen Pastasciutta Antifascista einen wichtigen Schritt hin zu einer stärkeren lokalen Vernetzung und kündigen an, die Erfahrungen für zukünftige Veranstaltungen zu nutzen und weiterzuentwickeln.
„Die Erfahrungen dieses Tages zeigen: Befreiung ist nichts Abgeschlossenes, sondern eine Aufgabe der Gegenwart. Solange rechte Ideologien wieder an Einfluss gewinnen, werden wir nicht nachlassen – wir werden uns organisieren, wir werden gemeinsam handeln und wir werden wiederkommen. 2027 sehen wir uns erneut zur Pastasciutta Antifascista – größer, entschlossener und mit noch mehr Menschen,“ resümiert Timo Reuter.
Die Begrüßungsrede findet ihr hier.











































